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PrioInt: KI für Einsatzfahrzeug-Priorisierung im urbanen Verkehr

Projektbeschreibung

PrioInt entwickelt eine kosteneffiziente, skalierbare und sichere Technologie, die Einsatzfahrzeuge entlang eines gesamten Korridors priorisiert. Das System kombiniert cloudbasierte Priorisierungslogik, RSUs/OBUs für Kommunikation, KI-gestützte Echtzeit-Verkehrsanalyse und adaptive LSA-Steuerung.

Problemstellung

Einsatzfahrzeuge verlieren im städtischen Verkehr wertvolle Zeit. Trotz Blaulicht und Martinshorn entstehen gefährliche Situationen, Rückstau, Fehlreaktionen anderer Verkehrsteilnehmer und Verzögerungen an Lichtsignalanlagen. Die aktuelle Technik bietet keine ausreichende Lösung.

Verkehrskreuzung
Foto: CHUTTERSNAP / Unsplash

Lösungsansatz

PrioInt setzt genau hier an: Das System kombiniert cloudbasierte Priorisierungslogik, RSUs/OBUs für Kommunikation zwischen Fahrzeug und Infrastruktur, KI-gestützte Echtzeit-Verkehrsanalyse (optische Sensorik), adaptive LSA-Steuerung und Kompatibilität mit alten und modernen LSA-Steuergeräten.

Projekt in Stichpunkten

  • Fokus auf reale Einsatzszenarien mit Einsatzfahrzeugen
  • Integration in bestehende Verkehrs- und Leitstellensysteme
  • Erfassung von Effekten auf Sicherheit und Reisezeiten

Warum ist das Thema relevant?

Die evidenzbasierte Problem-Darstellung zeigt belastbare Zahlen zu Kreuzungsrisiken, Zeitverlusten und dokumentierten Effekten von Priorisierung bei Einsatzfahrten.

Zur Problemseite

Verbundpartner

Das Projekt wird von vier Verbundpartnern mit komplementären Kompetenzen getragen:

Arbeitspakete

Das Projekt ist in mehrere Arbeitspakete gegliedert – von der Anforderungsanalyse über die Entwicklung der KI-Module bis hin zum Betrieb der Demonstratoren im Realverkehr. Jedes Arbeitspaket wird von einem Partner federführend verantwortet.

Zu den Arbeitspaketen

Was das System leistet

Das geplante System unterstützt Leitstellen, Einsatzkräfte und kommunale Akteure bei der datenbasierten Priorisierung von Einsatzfahrzeugen und der Bewertung der Auswirkungen auf den Verkehr.

Erheblich verkürzte Einsatzreaktionszeiten (ERZ) – Ziel: Reduktion von mindestens 20%
Höhere Verkehrssicherheit durch Erkennung kritischer Situationen per Sensorik
Berücksichtigung polizeilicher Besonderheiten (hohe Geschwindigkeit, spontane Routenwechsel)
Geringer Investitionsaufwand für Kommunen durch Nachrüstmodule für vorhandene LSA
Flächendeckende Übertragbarkeit durch modularen Aufbau

Wissenschaftlich-technische Innovationen

Das Projekt verbindet aktuelle KI-Forschung mit praktischen Anforderungen von Polizei, Leitstellen und Kommunen.

  • Echtzeit-Situationsanalyse mittels KI: Klassifikation kritischer Verkehrsszenarien, Risikoindikatoren, automatische Reaktionsstrategien
  • Dynamische LSA-Steuerungslogik: Korridorbildung über mehrere Knotenpunkte, adaptive Schaltprogramme, verkehrspsychologisch validiert
  • Simulationsgetriebene Entwicklung: Mikroskopische Stadtteilsimulationen für Aufbau, Test und Optimierung aller Logikmodule
  • Integrationsarchitektur für C-ITS und Nicht-C-ITS: einheitliche Lösung für alle kommunalen Ausgangslagen
  • Polizeipsychologische Forschung: Erfassung mentaler Belastung, Fahrdynamik, Stressindikatoren – erstmalige Kombination mit Verkehrstechnik

Erwartete Wirkung

  • Beschleunigte Blaulichtfahrten bei gleichzeitig erhöhter Sicherheit
  • Reduktion von Konflikten und Unfällen im Kreuzungsbereich
  • Realisierbar auch für Kommunen ohne moderne Verkehrsrechner
  • Basis für zukünftige Smart-City- und C-ITS-Strategien
  • Übertragbarkeit auf ÖPNV, Schwerlastverkehr und weitere Priorisierungsbedarfe

Assoziierte Partner

Assoziierte Partner stellen Infrastruktur, Praxiswissen und Rahmenbedingungen bereit und begleiten die Entwicklung aus Sicht der späteren Nutzung.

Stadt Oberhausen
Stadt Frankfurt (Oder)
Stadt Münster
Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)

Projektsteckbrief

Akronym
PrioInt
Titel
Innovative Technologien zur Priorisierung von Einsatzfahrzeugen
Förderung
BMFTR – Anwendungen in der zivilen Sicherheit
Partner
4 Verbundpartner
Themen
KI, Einsatzfahrzeuge, Verkehrssicherheit, Leitstellen

Schwerpunkte

  • · KI-gestützte Bewertung von Verkehrssituationen
  • · Priorisierung von Einsatzfahrzeugen im Verkehrsfluss
  • · Nutzung bestehender Infrastruktur
  • · Erfassung von Effekten auf Sicherheit und Effizienz

FAQ

Was ist Verkehrslichtsignal-Priorisierung?

Verkehrslichtsignal-Priorisierung passt Schaltzeiten an, damit Einsatzfahrzeuge Knoten sicherer und mit weniger Wartezeit passieren können.

Wie unterscheidet sich PrioInt von klassischen Preemption-Systemen?

PrioInt verknüpft Priorisierung mit KI im Verkehr, C-ITS-Kommunikation und koordinierter urbaner Verkehrssteuerung entlang ganzer Korridore.

Welche Infrastruktur wird benötigt?

Das Projekt adressiert bestehende Ampelinfrastruktur und setzt auf nachrüstbare Komponenten für Fahrzeug- und Infrastrukturseite.

Ist die Lösung mit bestehenden Verkehrsrechnern kompatibel?

Die Integrationsarchitektur ist auf heterogene kommunale Bestände ausgelegt, damit bestehende Systeme eingebunden werden können.

Welche Rolle spielen C-ITS und intelligente Verkehrssysteme?

C-ITS ermöglicht standardisierte Kommunikation, intelligente Verkehrssysteme und KI unterstützen die Lagebewertung und Priorisierungsentscheidungen in Echtzeit.